Blog 1 - Reflexion Rollenspiel Hasenwald vs. Kies (Achermann Nicole)
1. Ganz spontan – wie hat dir diese Aufgabe gefallen? Welche Rolle hat gut zu dir gepasst? Wie fühltest du dich in der Rolle, die dir weniger entsprach?
Das
Mediations-Rollenspiel war eine bereichernde Erfahrung. In unserer 3er-Gruppe haben
wir die Rollen zufällig verteilt und ich übernahm die Kontra-Position der
Stadt Zürich in Bezug auf die Waldinitiative der Grünen. Die Aufgabe, Argumente
zu vertreten, die meinem eigenen Standpunkt widersprachen, stellte eine
besondere Herausforderung dar. Diese Situation erzwang eine intensive
Auseinandersetzung mit der Argumentation der Gegenpartei und eine Veränderung
meiner Perspektive. Die Zufälligkeit der Rollenzuweisung ermöglichte es uns, in
ungewohnte Positionen zu schlüpfen und gewährte einen faszinierenden Einblick
in verschiedene Standpunkte.
Das
Rollenspiel half mir, meine eigene Meinung zu hinterfragen. Überraschenderweise
empfand ich es beinahe einfacher, die Gegenposition einzunehmen, da ich das
Gefühl hatte, dass ich keine Überzeugungsarbeit für die Gegenpartei leisten musste,
sondern einfach «dagegen» sein konnte - so wie ich es normalerweise von meinen
Gesprächspartner*innen in sozialen Themen kenne.
Dieses Mediations-Rollenspiel wird sicherlich meine Herangehensweise an zukünftige Diskussionen und Meinungsbildungsprozesse beeinflussen, indem es meine Bereitschaft förderte, diverse Standpunkte zu verstehen und zu respektieren.
2. Was hast du gut gemacht und willst nächstes Mal wieder so machen?
In Mediationsgespräch habe ich verschiedene Ansätze angewandt, die ich gerne beibehalten möchte. Zum einen das aktive Zuhören, was es mir ermöglichte, die Perspektiven der anderen Partei tiefgehend zu verstehen. Diesen Aspekt der Kommunikation bildet eine Grundlage für den konstruktiven Austausch bildet. Zum anderen meine Fähigkeit, mich in die Rolle der anderen Partei hineinzuversetzen. Dies trug dazu bei, Verständnis und Empathie zu fördern.
Meine Fähigkeit, ruhig zu bleiben, selbst in herausfordernden Momenten, trug zur Schaffung einer ausgewogenen Gesprächsatmosphäre bei. Dies förderte einen respektvollen Dialog und ermöglichte es uns, uns auf das Sachproblem zu konzentrieren, anstatt uns von emotionalen Reaktionen leiten zu lassen.
Die Vorbereitung von Argumenten half, das Gespräch auf das Sachproblem zu fokussieren und stärkte meine Position. Gleichzeitig war es mir wichtig, dem Mediator klarzumachen, dass "meine" Interessen (bzw. die der Stadt) nicht nur finanzieller Natur waren, sondern Umweltaspekte beinhalteten. Diese klare Kommunikation über meine Motivationen wird auch künftig eine Schlüsselrolle in meiner Mediationsstrategie spielen, um ein umfassendes Verständnis zu gewährleisten und gemeinsame Lösungen zu finden.
3. Was wirst du nach dieser Erfahrung und nach den Inputs zu Konfliktmanagement – in einem echten Konflikt – anders machen? Hast du dir dazu etwas vorgenommen oder hattest du ein ‘Aha-Erlebnis’?
Nach dieser Erfahrung im Konfliktmanagement und den erhaltenen Inputs beabsichtige ich, in echten Konfliktsituationen einige Anpassungen vorzunehmen. Dieses Mal probierte ich bewusst auf meiner Position zu verweilen und provokantere Antworten zu liefern. Dies diente dazu zu erkunden, wie das Gespräch in solchen Situationen verläuft, da ich normalerweise in echten Problemen schnell Kompromisse finden möchte.
Für künftige Konflikte plane ich jedoch wieder, mich von meiner extremen Position zu lösen. Mein Ziel ist es, Lösungen zu finden, die beide Parteien zufriedenstellen, anstatt auf das sture Beharren auf einer Position zu setzen.
Zusätzlich beabsichtige ich, in Konflikten verstärkt die gemeinsamen Interessen zu betonen. Dies sollte als Grundlage für kooperative Lösungsansätze dienen. Ebenso möchte ich vermehrt "out of the box" denken, um innovative Lösungen zu finden, die möglicherweise nicht auf den ersten Blick ersichtlich sind. Im Rollenspiel wurde deutlich, dass wir uns zu stark auf die Ausgangslage des Arbeitsauftrags konzentriert haben und dabei z.B. nicht auf mögliche Alternativen zu Kies eingegangen sind. Zukünftig möchte ich daher eine breitere Perspektive einnehmen und kreative Lösungsansätze besser berücksichtigen.
AntwortenLöschenHallo Nicole, ich hatte die entgegengesetzte Rolle wie du in dieser Übung. Ich finde es sehr positiv, dass du bei deiner Position geblieben bist. Ich denke, dieses Verhalten war sehr konsistent mit der Übung. Ich dagegen begann nach einer gewissen Zeit, dir entgegenzukommen, indem ich einen Vorschlag machte. Ich finde, das ist die Rolle des Mediators, und ich denke, es ist richtig, dass die beiden Parteien nicht von sich aus den ersten Schritt machen sollten. Ausserdem war die Diskussion respektvoll, aber mit einigen subtilen Provokationen. Das hat sie sehr interessant gemacht, aber ich weiss nicht, ob es in einer realen Situation genau so verlaufen wäre.
Liebe Grüsse
Daniel
Liebe Nicole, Ich finde es spannend wie dich das Rollenspiel beeinflusst hat, und was du für spannende Erkentnisse daraus gezogen hast. Auch sehe ich, wie es einfacher ist die Gegenposition einzunehmen, da du in dieser Position nicht daran interessiert bist, die andere Patei zu überzeugen. Auch stimmt es, dass du versucht hast alle Aspekte zu respektieren, was aber sicherlich nicht einfach war, da es teils ins Lustige geht, wenn die Argumente übertrieben sind, in Rollenspielen zumindest. Super, dass du auch den Kompromiss suchst, ob mit oder ohne zeitlichem Stress.
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